Polarlichter heute: Vorhersage für Deutschland mit Live-Kp-Index
Polarlichter in Deutschland sind kein Wunder mehr: Seit 2024 haben Millionen Menschen rote und grüne Schleier über Hamburg, Berlin, Köln und sogar den Alpen gesehen. Ob es heute Nacht klappt, hängt vor allem von einer Zahl ab, dem Kp-Index. Oben siehst du den aktuellen Wert und die Chance für deine Region, darunter die Vorhersage für die nächsten drei Tage. Die Daten kommen direkt vom Weltraumwetter-Zentrum der US-Behörde NOAA und werden alle zehn Minuten aktualisiert.
Wichtig vorweg: Polarlichter in Mitteleuropa sind immer eine Überraschung mit Ansage. Die Vorhersage sagt dir, ob es sich lohnt, abends rauszugehen – eine Garantie gibt es nicht. Unten erfährst du, worauf du achten musst, in welche Richtung du schaust und wie du Polarlichter mit dem Handy fotografierst.

Polarlicht-Vorhersage: die nächsten 3 Tage
Jeder Kasten steht für drei Stunden (deutsche Uhrzeit). Die Farbe zeigt, wo in Deutschland bei diesem Wert Polarlichter möglich wären – vorausgesetzt, es ist dunkel und klar.
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Sonnenwind: was gerade auf die Erde zukommt
Der Sonnenwind wird von Satelliten gemessen, die etwa 1,5 Millionen Kilometer vor der Erde stehen. Was sie heute messen, kommt 30 bis 60 Minuten später bei uns an. Der wichtigste Wert ist Bz: Zeigt das Magnetfeld des Sonnenwinds nach Süden (negative Werte), koppelt es an das Erdmagnetfeld an, und Energie strömt in die Polarlichtzone. Bleibt Bz längere Zeit deutlich negativ, steigt der Kp-Index oft innerhalb einer Stunde stark an.
Was bedeutet der Kp-Index?
Der Kp-Index beschreibt auf einer Skala von 0 bis 9, wie stark das Erdmagnetfeld gerade durchgeschüttelt wird. Er wird aus Messungen von Magnetometern rund um die Welt berechnet; den offiziellen Wert ermittelt das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ) in Potsdam, die NOAA liefert eine Echtzeit-Schätzung. Je höher der Kp-Wert, desto weiter dehnt sich das Polarlichtoval nach Süden aus.
| Kp | Sturmstufe (NOAA) | Was das für Deutschland heißt |
|---|---|---|
| 0–3 | ruhig | Polarlichter nur in Skandinavien und Island |
| 4 | aktiv | An der Küste mit der Kamera ganz selten ein Schimmer am Nordhorizont |
| 5 | G1 – schwacher Sturm | Norddeutschland: mit der Handykamera möglich |
| 6 | G2 – mäßiger Sturm | Norden: oft mit bloßem Auge · Mitte: mit der Kamera |
| 7 | G3 – starker Sturm | Mitte: mit bloßem Auge · Süden: mit der Kamera |
| 8 | G4 – schwerer Sturm | Ganz Deutschland, Polarlichter auch hoch am Himmel |
| 9 | G5 – extremer Sturm | Wie im Mai 2024: Polarlichter bis in die Alpen und darüber hinaus |
Faustregel aus der Erfahrung vieler Beobachtungen; je nach Sturmverlauf reicht manchmal schon ein Kp-Wert weniger.
Ab welchem Kp-Wert in deiner Region?
| Region | Mit Handykamera | Mit bloßem Auge |
|---|---|---|
| Nordsee, Ostsee, Schleswig-Holstein, Hamburg, Rostock | ab Kp 5 | ab Kp 6 |
| Bremen, Hannover, Berlin, Magdeburg | ab Kp 5–6 | ab Kp 6–7 |
| Ruhrgebiet, Köln, Kassel, Leipzig, Dresden | ab Kp 6 | ab Kp 7 |
| Frankfurt, Würzburg, Nürnberg, Saarbrücken | ab Kp 6–7 | ab Kp 7–8 |
| Stuttgart, Freiburg, Augsburg, München | ab Kp 7 | ab Kp 8 |
So siehst du Polarlichter in Deutschland
- Nach Norden schauen: Bei uns erscheinen Polarlichter fast immer am Nordhorizont – als grünlicher Bogen, rötlicher Schein oder senkrechte „Vorhänge“. Ein freier Blick nach Norden ist wichtiger als ein hoher Standort.
- Raus aus der Stadt: Schon 10 bis 20 Kilometer außerhalb einer Stadt wird es deutlich dunkler. Der Lichtschein einer Großstadt im Norden kann ein schwaches Polarlicht komplett überdecken.
- Augen anpassen lassen: Nach 15 bis 20 Minuten im Dunkeln sehen die Augen viel mehr. Handy-Bildschirm dunkel stellen, kein Taschenlampenlicht.
- Die richtige Zeit: Ab etwa 1,5 Stunden nach Sonnenuntergang bis zur Morgendämmerung. Polarlichter kommen oft in Wellen: Nach einer ruhigen halben Stunde kann es plötzlich aufflammen.
- Wolken prüfen: Der beste Kp-Wert nützt nichts bei dichter Bewölkung. Ein Blick aufs Wetterradar zeigt, wo Lücken sind – manchmal lohnt eine kurze Fahrt.
- Der Mond: Ein heller Vollmond stört, verhindert starke Polarlichter aber nicht.
Polarlichter mit dem Handy fotografieren
Moderne Smartphones sind erstaunlich gute Polarlicht-Detektoren. Viele Menschen haben 2024 erst auf dem Handyfoto bemerkt, dass der graue Schleier über dem Horizont in Wahrheit rot und grün leuchtet.
- Nachtmodus einschalten und das Handy ruhig halten oder auf eine Mauer, einen Zaunpfahl oder ein kleines Stativ legen.
- Belichtungszeit 3 bis 10 Sekunden – bei vielen Handys im Pro- oder Nachtmodus einstellbar.
- Auf Unendlich fokussieren oder auf ein weit entferntes Licht tippen.
- Blitz aus, Bildschirmhelligkeit runter.
- Vordergrund mitnehmen: Ein Baum, ein Leuchtturm oder eine Silhouette machen aus einem Farbschleier ein richtiges Foto.

Was du einpacken solltest – Stativ, Rotlicht-Stirnlampe, Powerbank und warme Hände –, steht in unserer Checkliste zur Polarlicht-Ausrüstung, zusammen mit den passenden Einstellungen für Handy und Kamera.
Wer tiefer einsteigen will: Mit einer Kamera auf Stativ, Weitwinkelobjektiv, Blende f/2,8, ISO 1600 und 5 bis 15 Sekunden Belichtung gelingen sehr gute Aufnahmen. Für die Milchstraße und den Mond lohnt sich später auch ein kleines Teleskop – einen Überblick gibt unser Teleskop-Vergleich.
Rot oder grün: Woher die Farben kommen
Die Farben verraten, in welcher Höhe die Teilchen auf die Luft treffen. Grün leuchtet Sauerstoff in etwa 100 bis 200 Kilometern Höhe – die typische Polarlichtfarbe in Skandinavien. Rot stammt ebenfalls von Sauerstoff, aber höher oben, über 200 Kilometer. Weil wir in Deutschland weit vom Polarlichtoval entfernt sind, sehen wir oft nur diese hohen, roten Anteile über dem Nordhorizont. Deshalb wirken Polarlichter bei uns häufig rötlich oder purpurn, während sie in Norwegen grün tanzen. Violett und Blau am unteren Rand kommen von Stickstoff und zeigen sich nur bei kräftigen Stürmen.
Gute Orte für Polarlichter in Deutschland
- Küsten: An Nord- und Ostsee gibt es freien Blick übers Wasser nach Norden – etwa auf Rügen (Kap Arkona), Fehmarn, Usedom, in Sankt Peter-Ording oder an der Flensburger Förde.
- Sternenparks: Die offiziell besonders dunklen Gebiete wie der Sternenpark Westhavelland (Brandenburg), das Biosphärenreservat Rhön, der Nationalpark Eifel oder die Winklmoosalm in Bayern.
- Höhenzüge mit Nordblick: Harz, Teutoburger Wald, Vogelsberg oder die Schwäbische Alb – Hauptsache, keine Stadt liegt genau im Norden.
- Feldränder: Oft reicht ein Feldweg am Ortsrand mit freiem Blick nach Norden.
Polarlichter 2026 und 2027: Wie geht es weiter?
Die Sonne folgt einem rund elfjährigen Zyklus. Das Maximum des aktuellen Zyklus 25 lag nach heutigem Stand Ende 2024 – deshalb gab es 2024 und 2025 so viele Polarlichter in Deutschland, darunter den Rekordsturm im Mai 2024. Bis etwa 2030 nimmt die Aktivität ab. Das bedeutet aber nicht, dass Schluss ist: Gerade in der abklingenden Phase treten immer wieder einzelne sehr starke Stürme auf. Im Januar 2026 zum Beispiel reichten die Polarlichter erneut weit nach Süden. Wer die Vorhersage im Blick behält, hat also auch 2026 und 2027 gute Chancen.
Warum Polarlicht-Vorhersagen so unsicher sind
Polarlichter entstehen, wenn Teilchen von der Sonne auf das Magnetfeld der Erde treffen. Große Ausbrüche – sogenannte koronale Massenauswürfe – sehen Sonnenbeobachter schon ein bis drei Tage vorher kommen. Wie stark der Sturm wird, entscheidet sich aber erst, wenn die Wolke die Messsatelliten erreicht und man die Ausrichtung ihres Magnetfelds kennt. Deshalb kann ein angekündigter Sturm ausfallen – und ein unerwarteter plötzlich bis nach Süddeutschland reichen. Die 3-Tage-Vorhersage oben ist eine gute Orientierung, der Live-Wert und der Sonnenwind sind am Abend selbst wichtiger.
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Häufige Fragen zu Polarlichtern in Deutschland
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Datenquelle: NOAA Space Weather Prediction Center (planetarer Kp-Index, 1-Minuten-Schätzung, 3-Tage-Vorhersage, Echtzeit-Sonnenwind), abgerufen über unseren Server und alle 10 Minuten aktualisiert. Die Einordnung nach Regionen ist eine Faustregel von Teleskop-Testsieger.de und keine offizielle Warnung. Diese Seite steht in keiner Verbindung zur NOAA. Alle Angaben ohne Gewähr.